Mit freundlicher Unterstützung von Innocence in Danger Deutschland e.V.

Für Jugendliche

Was ist sexueller Missbrauch?

Es ist sexueller Missbrauch, wenn eine Person ihre Machtposition, das heißt, die Unwissenheit, das Vertrauen und die Abhängigkeit eines Mädchens oder Jungen für eigene Bedürfnisse nach Macht und sexueller Befriedigung benutzt.
 Dazu gehört zum Beispiel, wenn ein Täter oder eine Täterin:

 

  • ein Mädchen oder einen Jungen zur eigenen sexuellen Erregung anfasst oder sich berühren lässt
  • ein Kind zwingt oder überredet, ihn / sie nackt zu betrachten oder sexuellen Handlungen zuzusehen
  • ein Mädchen oder Jungen zwingt oder überredet, sich nackt auszuziehen, zu berühren, dabei zu fotografieren oder filmen
  • Kinder für pornographische Zwecke benutzt oder ihnen Pornografie vorführt
  • Mädchen oder Junge zu oralem, analem oder vaginalem Geschlechtsverkehr zwingt oder überredet – also vergewaltigt
  • ein Mädchen oder einen Jungen zwingt, die Tat(en) zu verschweigen

Wer sind die Täter?

Wenn Erwachsene an sexuellen Missbrauch denken, verstehen die meisten darunter einen gewalttätigen, brutalen Angriff durch Fremde oder flüchtige Bekannte. Dieser Eindruck ist falsch! In 94 Prozent der Fälle von sexuellem Missbrauch sind die Täter Menschen, die den Kindern bekannt sind. Oft ist es sogar jemand, den das Mädchen oder der Junge liebt oder dem sie vertrauen (z.B. Vater, Stiefvater, Opa, Tante, Onkel, Lehrer, Pastor, Bruder…). Der größte Teil der Täter ist männlich, doch Mädchen und Jungen erleben sexuellen Missbrauch auch durch Frauen.

 

Sexuelle Missbrauchshandlungen werden von Tätern geplant, und die Intensität der Übergriffe wird gesteigert. Selten bleibt es bei einer einmaligen Begebenheit. In der Regel wiederholt sich der Missbrauch über Jahre hinweg, bis Erwachsene die Hinweise des Mädchens oder des Jungen verstehen, ihnen glauben und den Missbrauch beenden.
 Sexueller Missbrauch ist eine schmerzhafte Erfahrung für die Betroffenen und deren Vertrauenspersonen.

Wo fängt sexuelle Belästigung an?

Dein Körper gehört dir, du bist wichtig, du hast das Recht, dich zu schützen. Du hast z.B. ein Recht darauf, allein zu baden oder zu schlafen. Du darfst bestimmen, wie, wann, wo und von wem du angefasst werden willst.

 

Deine Gefühle sind wichtig. Sie machen dich einzigartig, und du kannst ihnen vertrauen. Zeige, wie du dich fühlst. Erzähle, wenn du ängstlich, traurig, glücklich oder verunsichert bist.

 

Berührungen sind für jeden Menschen wichtig. Liebevolle, angenehme und zärtliche Berührungen fühlen sich gut an. Einige Berührungen tun richtig weh. Solche Berührungen sind nicht in Ordnung. Niemand wird gern geschlagen, getreten oder geschubst.

 

Manche Berührungen passen nicht zu deinem Gefühl und sind irgendwie komisch, ohne dass du sagen kannst, warum! Einige verwirren dich, wie z.B. zu lange und zu feste Umarmungen. Gekitzelt zu werden kann anfangs lustig sein, aber es wird unangenehm, wenn die Person nicht aufhört, obwohl du es willst.

 

Manchmal nutzen Erwachsene Kinder aus: Sie berühren dich, ohne darauf zu achten, wie du dich fühlst. Das kann ein älterer Freund sein, ein Erzieher, ein Verwandter oder dein Vater oder deine Mutter sein. Es kann auch sein, dass jemand selbst angefasst werden will und dann ein Mädchen oder einen Jungen dazu überredet oder zwingt, ihn anzufassen.

Was sind sexuelle Übergriffe im Internet?

Es geht immer darum, dass jemand seine Macht oder Autorität dir gegenüber benutzt, um seine eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Sexuelle Übergriffe können ganz verschiedene Formen haben:

 

  • Jemand schikaniert, beleidigt oder erniedrigt dich im Netz
  • Jemand schickt dir gegen deinen Willen pornografische Fotos zu
  • Jemand erpresst Fotos oder Filme von dir

Was ist Mobbing und Ausgrenzung?

Mobbing bedeutet, dass ein du regelmäßig über einen längeren Zeitraum z.B.:

 

  • ausgegrenzt
  • gedemütigt
  • ausgelacht
  • schlecht gemacht
  • geschubst
  • gehauen
  • nicht beachtet, fertig gemacht oder zu Unrecht beschuldigt wird.

 

Am häufigsten erleben Mädchen und Jungen Mobbing in der Schule. Da können sie sich der Situation nicht entziehen, weil sie hingehen müssen. Manchmal sind es ein paar Mitschüler und oder Mitschülerinnen, manchmal ist es die halbe oder sogar die ganze Klasse, die für diese Gemeinheiten verantwortlich sind. Die Bullys, so nennt man die hauptverantwortlichen MitschülerInnen, sind in der Klasse oft meinungsbildend, dass heißt, sie versuchen zu bestimmen, wer oder was cool ist, wie man sein muss, um dazu zu gehören, wer in oder out ist. Sie kommen auf immer neue gemeine Ideen, wie man andere demütigen kann, und denken, dass sie dadurch beliebt sind oder anerkannt werden.

 

Obwohl die meisten Mobbing eigentlich falsch und ätzend finden, machen sie mit. Aus Angst sonst selbst zur Zielscheibe zu werden. Dabei wäre es so einfach, wenn alle die, die es heimlich falsch finden, laut „Stopp“ sagten, wären sie in der Mehrheit und damit viel stärker als jeder Bully. Und trotzdem ist das schwer.

 

(Quelle: Bremer JungenBüro: „Mobbing ist kein Spaß…sondern Gewalt!“, unter: www.bremer-jungenbuero.de/pdf_downloads/Mobbing%20Ak%20Flyer.pdf)

Was ist Cybermobbing oder Cyberbullying?

Es gibt auch Mobbing im Internet, z.B. über Facebook oder mit Hass-SMS übers Smartphone. Wenn ihr auf diese Art geärgert oder gequält werdet, nennt man das Cybermobbing. Mobbing, egal in welcher Form, ist Gewalt und es muss etwas dagegen unternommen werden.

 

Auf der Webseite juuuport.de wirst du von anderen Jugendlichen zum Thema Mobbing und Abzocke im Netz beraten. Über hilfeportal-missbrauch.de kannst du Beratungsstellen und Fachleute in deiner Nähe finden.

 

(Quelle: Bremer JungenBüro: „Mobbing ist kein Spaß…sondern Gewalt!“, unter: www.bremer-jungenbuero.de/pdf_downloads/Mobbing%20Ak%20Flyer.pdf)

Passiert das nur Mädchen oder auch Jungen?

Viele Jungen und Mädchen sind von sexueller Anmache und sexueller Gewalt betroffen.

Bin ich schuld?

Nein. Du bist nicht schuld. Schuldig ist immer die Person, die Gewalt ausübt.

Wo kann ich problematische Webseiten melden?

Über diesen Link kommst du auf das Beschwerdeformular von Stopline. Dort kannst du anonym deine Entdeckung melden.

 

Klicke hier

Auf was musst du im Internet achten?

Vertrau deinem Gefühl und lass dich nicht zu Dingen verleiten, bei denen du dich unwohl fühlst. Alles im Netz kann wahr sein oder eben auch nicht. Und das heißt auch, dass Menschen im Netz leichter lügen können als von Angesicht zu Angesicht. Denn auch im Netz wollen wir gemocht und bewundert werden. Das verleitet uns dazu, Dinge zu sagen, die wir sonst nie sagen oder Dinge mitzumachen, die wir sonst nicht tun würden.

Wie kann ich mich auf Facebook schützen?

Über die Privatsphären-Einstellungen kannst du bestimmen, wer was sehen darf. Wenn man überlegt, dass jeder im Durchschnitt 144 Online-Kontakte hat, könnten in der Einstellung „Freunde und Freunde meiner Freunde können Fotos sehen“, z.B. 144 x 144 Nutzer deine Fotos sehen, das wären bis zu 20.736 Personen. Spätestens bei dieser Zahl kannst du nicht mehr davon ausgehen, noch irgendeine Kontrolle über deine Posts zu haben. Diese Einstellung solltest du also nicht verwenden. Du solltest dich auch immer über das kleine Zahnrad abmelden, wenn du kurz deinen Computer verlässt. So kann niemand in deinem Namen etwas posten oder liken.

Wo finde ich Hilfe?

www.rataufdraht.at

Die Webseite bietet telefonische oder online Hilfe, Tipps zum Thema Smartphone, Internet und vieles mehr.

 

www.kija.at

Weisungsfreie Kinder- und Jugendanwaltschaft, in jedem Bundesland vertreten. Bieten Beratung und Unterstützung zu diversen Anliegen, helfen bei Problemen und vermitteln in Konfliktfällen. Informationen und Workshops zu Kinder- und Jugendthemen.